KEEP ON RUNNING – ALZENAU/MÖMBRIS

Keep On Running Alzenau  03

Nachdem ich im Oktober letzten Jahres schon am Keep On Running in St. Wendel teilgenommen habe, stand für dieses Jahr schon sehr früh fest dass dieses Event auf meiner Jahresplanung vertreten sein würde.

Um so mehr, als sich um den Jahreswechsel herum herausstellte, dass das KOR 2013 in Alzenau stattfinden sollte. Das bot natürlich die Gelegenheit gleich den Triple (Freitag, Samstag und Sonntag) zu “buchen”. Nach den ersten Streckenbesichtigungen mit Marco Schneider war schnell klar dass sich die Strecken nicht vor St. Wendel verstecken müssen. Die Vorfreude wuchs und das Training lief optimal. Ich bin über den Winter viel mit Zenon und auch immer mal wieder mit Pierre gelaufen. Zenon und ich sind ja auf dem Weg zum Zugspitz Basetrail und Pierre hat den Startplatz für’s KOR im Main Ausdauershop gewonnen. In seinem ersten Jahr eine ganz schöne Herausforderung. Irgendwie sollte das KOR somit auch den Charakter einer Spessart-Biker Vereinsmeisterschaft (der Laufabteilung) haben. Aber alles nur virtuell, denn es gibt gar keine offizielle Laufabteilung. Aber irgendwie muss man sich ja die gemeinsamen langen Winterläufe schönreden! :-)

Alles lief perfekt bis mir an Ostern die Gesundheit einen jähen Strich durch die Rechnung machte und ich im Krankenhaus landete. Wie schnell sich das leben innerhalb von Stunden ändern kann, wurde mir erstmals am eigenen Leib bekannt. Aber das soll hier ja kein Krankheits-Blog sein, somit in kurzen Worte: Die Ärzte haben mir empfohlen nicht im Wettkampf-Modus am KOR teilzunehmen. Im Trainingsmodus gäbe es aber nichts auszusetzen. Für mich selbst hatte ich allerdings den Trainings-Modus im Wettkampf ausgeschlossen. “Das funktioniert sowieso nicht!”. Ich hatte mich zum zuschauen “verdammt”. Aber je näher die Tage rückten um so größer wurde wieder der Wunsch teilzunehmen. Also – letzte Rücksprache mit dem Doc und TRAININGSMODUS im Hirn eingehämmert. So ging es dann am Freitag doch mit Laufklamotten nach Alzenau.

Citynight Sprint (Freitag)

Pünktlich um 19 Uhr startete der Citynight Sprint auf eine, wg. der starken Regenfälle zuvor und einer damit einhergehenden stellenweise Überschwemmung der Radwege entlang der Kahl, auf ca. 2.5km verkürzten Strecke. Das tat der Strecke aber keinen Abbruch, denn die meisten Highlights blieben erhalten. So ging es über Baumstämme, Strohballen und Treppen hinauf in den Burghof. Zuvor durfte das Parkhaus durchquert werden. Auf dem Weg von der Burg hinunter zur Kahl war Vorsicht geboten, denn die Treppe hinunter war durch die Regenfälle und Matsch spiegelglatt. Aber die Runde machte einen heiden Spaß und ich fand das erste mal Gefallen an einer Sprint-Runde. Eigentlich hasse ich so kurze und dadurch ultraschnelle Distanzen. Aber die abwechslungsreiche Strecke lies mich das ganz vergessen – und Zenon, der 1-2 Läufer vor mir gestartet war, immer wieder im Blickfeld zu haben war eine weitere Motivation. Natürlich vergaß ich auch irgendwie meinen TRAININGSMODUS. Unten an der Kahl erinnerte ich mich mal für ca. 50m daran :( ) Aber egal, es ging mir super gut. So kam ich nach 9:15,1min ins Ziel und ab sofort stand Regeneration für den Hahnenkamm-Trail auf dem Programm. Zenon (+9s) und Pierre (+31s) waren knapp dahinter.

Hahnenkamm-Trail (Samstag)

Eigentlich waren die Wettervorhersagen für Samstag schon auf Frühling ausgerichtet, aber weit gefehlt. Bei 10-12 Grad starteten wir pünktlich um 12 Uhr in Alzenau. Den ersten Teil der Strecke kannte ich ja schon sehr gut von diversen Trainingsläufen und ich wusste was auf uns zukommen würde. Also war die Devise “langsam angehen” angesagt. Aber irgendwie scheine ich das verdrängt zu haben und lief guter Dinge hinauf zum Hahnenkamm. Zwischendurch immer wieder Regenschauer und tiefe Matschpassagen. Die Strecke war durch die tiefen Passagen, den Regen und die Kälte ziemlich schwer heute. Oben am Hahnenkamm wurde es mir ziemlich unbehaglich und ich wusste dass die 27km und 1000hm in diesem Tempo heute unmöglich werden würden. Aber irgendwie motivierte mich Pierre der immer in Sichtweite vor mir herlief. Und Zenon saß mir ja auch noch im Nacken. Meistens konnte ich ihn sehen wenn ich mich gelegentlich mal umschaute. Wenn Zenon direkt hinter mir ist, kann ich das mittlerweile ganz gut hören. Wenn man so viele Kilometer gemeinsam läuft, erkennt man die Schrittfrequenz und Atemgeräusche wieder. Naja, nach dem Hammer-Downhill Richtung Gunzenbach und der anschließenden Asphaltpassage hinaus aus Gunzenbach merkte ich deutlich dass ich angeschlagen war. Pierre schien es vor mir ähnlich zu gehen und ich schloss zu ihm auf. Beim nächsten massiven Uphill mussten wir beide gehen und Zenon kam von hinten an uns vorbei gerannt. Ich rief ihm nur noch zu “du bist doch gedopt” und schwups war er weg. Was dann kam war auch nicht viel motivierender, denn es ging immer wieder auf und ab. Ein paar richtig schöne Anstiege die einen in so einer Verfassung ganz schön quälen können. Da half nur noch Zähne zusammen beissen und durch. Von Pierre konnte ich mich noch mal leicht absetzen, auf Zenon aufzulaufen war aber definitiv nicht mehr drin. Der war weg. Also dachte ich an Morgen und reizte meine letzten Körner nicht bis aufs letzte aus. In 2:38:18,1 lief ich zufrieden aber kaputt nach 27km und 1000hm im Ziel ein. Zenon (-35s) hatte heute einen guten Tag und die richtige Strategie. Pierre (+1:43min) hat hinten raus nochmals etwas abreisen lassen müssen, für seinen ersten wirklich längeren Wettkampf aber super abgeschlossen. Zenon und ich hatten jetzt die Plätze in der Gesamtwertung getauscht. Nach etwas Zielverpflegung düsten wir ab Richtung Heimat und es stand wieder “Regeneration” für Sonntag auf dem Programm.

Kahlgrund-Trail (Sonntag)

Endlich, die erwartete Wärme sollte heute kommen – zumindest war es um 8:45 Uhr als wir losfuhren schon 12 Grad warm. Als leichte Trotzreaktion der vergangen Tage kramte ich für heute auch die ganz kurze Hose heraus. Und es hat sich rentiert. Im Verlauf des Tages kletterte das Thermometer auf >20 Grad. Um 10:05 wurde der Kahlgrund Trail gestartet. Leicht verspätet, da einige Starter irgendwie mit der Bahn von Alzenau Probleme hatten. So stieg die Spannung in der Startaufstellung ins Unermessliche. Für heute hatte ich mir vorgenommen verhalten anzugehen und erst ab dem Hahnenkamm Tempo zu machen – falls die Verfassung das zulässt. Vom Samstag waren die Beine etwas schwer, aber nicht übermässig und ich war ganz guter Dinge. Vom Start weg hielt Zenon sich direkt hinter mir. Er hatte einfach nur vor mir zu folgen um seinen Vorsprung zu halten. Im Grunde waren wir ja nur hier um Spaß zu haben – aber so ein kleines nicht ernst gemeintes Duell macht so einen Tag doch gleich viel spannender. Also versuchte ich zu taktieren. Langsam bis rauf zum Hahnenkamm. Dann sehen was geht. So kam es dann auch – Zenon den ganzen Anstieg zum Hahnenkamm hinter mir im “Windschatten”. Ich merkte schon auf dem Weg hoch zum Hahnenkamm dass ich schneller könnte, habe mir aber eingehämmert dass ich lieber im flacheren Teil der zweiten Streckenhälfte Gas geben würde. So erreichten wir nach 5km die erste Verpflegungsstelle. Ich wollte diesmal direkt durchlaufen und nahm nur schnell einen Becher Wasser in die Hand und lief weiter. Nach ein paar Metern war mein “Windschatten” Zenon plötzlich weg. Ich dachte schon die Entscheidung wäre bereits gefallen. Ich zog weiter durch bis zum höchsten Punkt der Strecke bei Kilometer 7. Im folgenden Downhill lies ich es gemächlich angehen und plötzlich dachte ich nur – “diese Schrittfrequenz und dieses Atmen kennst du doch”. Er war wieder da – nur ne kleine Pinkelpause – mein Windschatten. So konnten wir die nächsten 7 Kilometer wieder gemeinsam laufen. Pierre war irgendwo hinter uns. Als es in Michelbach nach dem längeren Asphaltstück wieder auf die Trails ging, dachte ich mir dass es jetzt bei Kilometer 15 so langsam mal losgehen könnte. Ich fühlte mich echt prima, zwar etwas kaputt, aber es lief auf einmal blenden. Ich konnte gut beschleunigen und merkte dass ich Zenon damit etwas quälen kann. Also, weiter reinhauen – die Steigungen merkte ich kaum und ich konnte jeden Meter rennen. Irgendwann war Zenon weg. Ich überholte Läufer für Läufer und war plötzlich komplett alleine. Bei Kilometer 17 oder 18 schaute ich auf die Uhr und dachte Sub 2h – könnte irgendwie machbar sein. Und ich rannte weiter – wie im Tunnel. Keine Schmerzen mehr, keine sonstigen Probleme. Einfach rennen, rennen, rennen… Runners High? Mir doch egal wie man das nennt, es war genial. So flog ich gefühlt Richtung Ziel. Keine Probleme, Trails geniessen und auf den Zieleinlauf freuen. Am Ortseingang von Alzenau dachte ich schon Sub 2 ist drin. Aber da machte die Strecke plötzlich einen Schlenker den ich so nicht kannte und erwartet habe und alle Träume waren dahin. Aber egal. In einer Schleife ging es runter zum Radweg an der Kahl und dann ins Ziel am Marktplatz. Über die 2:03:46,0 habe ich mich trotzdem gefreut! Kurz durchgeatmet und auf Zenon (+1:52min) und Pierre (+8:30min) gewartet. Danach ein ordentliches Stück Kuchen und Kaffee, dazu die mittlerweile knackige Sonne bei über 20 Grad genossen. Was will man mehr. In der Triple Masterwertung reichte es für Platz 17, in der Triple Gesamt-Männerwertung für Platz 40.

Fazit

Die Prämieren Veranstaltung des KOR in Alzenau/Mömbris war aus meiner Sicht ein voller Erfolg. Die Organisation, die Strecken, die Start/Zielorte – alles hat gepasst. Unser kleines – nicht ernst gemeintes Duell – hat Spaß gemacht, Zenon. Und es hat auf jeden Fall zu ordentlichen Leistungen motiviert. Mein Vorsatz “TRAININGSMODUS”… na ja, lassen wir dass jetzt.

KEEP ON RUNNING 2014 in Alzenau/Mömbris

Von zwillingsbike Veröffentlicht in Wettkampf

TRAIL Magazin Revierguide Spessart

TRAIL Magazin Revierguide Spessart

Zwei tolle Tage – voll gepackt mit Trailrunning und “Nerd-Treffen” – liegen hinter uns. Die Macher des TRAIL Magazins (Denis Wischniewski und Stephan Repke alias Gripmaster) waren im Rahmen ihrer Revierguide Serie bei uns im Spessart zu Besuch.

Natürlich wurden im Vorfeld Locals mit reichlich Trailrun-Erfahrung für die Organisation und Streckenwahl gesucht. Mit Marco Schneider und Oliver Binz waren die auch schnell gefunden. Die beiden haben einen super Job gemacht und zwei tolle Tage auf die Beine gestellt.

Am Samstag ging es in Goldbach los. Früh um 9 Uhr trafen wir uns bei Oliver um gemeinsam mit den Jungs vom Trail-Magazin auf Fotosession und Streckenbesichtigung zu gehen. Das war schon ein riesiger Spaß, denn mit insgesamt 8 Jungs- und Mädels wurde es niemals langweilig. Auch das ASICS Mobil stand schon mit Testschuhen an der Edelweiskapelle bereit.
Mittags um 13 Uhr dann der offizielle Teil: ein Kids-Trailrun und um 14 Uhr gingen geschätzte 50 Trailrunner (Jungs und Mädels) auf die von Oliver ausgewählte Strecke. Leider begann es schon um die Mittagszeit zu regnen, sodass es eine ziemlich feuchte Angelegenheit wurde. Sowohl von unten als auch von oben. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch und alle kamen heil im Ziel an.

Für den Sonntag hatte dann Marco eine super Strecke in Schweinheim ausgesucht. Da ich bei einigen Testläufen schon dabei war, kannte ich die Strecke und durfte mich als Guide betätigen. Als Local sozusagen.

Spannend war, wie viele Trailrunner am Sonntag den Weg nach Schweinheim finden würden. Man kann das ja im Vorfeld schlecht abschätzen, aber dank Facebook und Co. hatte man schon eine kleine Vorahnung. Und die wurde voll erfüllt. Um die 100 Trailbegeisterte sind nach Schweinheim gekommen. Der Hammer! Die gesamte Truppe kann man schön auf dem Titelbild sehen – wobei da sogar noch ein paar Nachzügler fehlen. Aber es herrschte eine bomben Stimmung – viele bekannte, viele unbekannt Gesichter, aber alle total liebenswerte und nette Menschen. Trailrunner eben! :-)

Um 10:10 Uhr scharrten schon alle mit den Hufen und wir starteten nach kurzen Ansprachen von Marco und Denis in einem riesigen Pulk auf die 23km mit knapp 700hm. Auf der Strecke hatte Marco zwei Verpflegungsstände organisiert. Ganz lieben Dank an die Helfer! Die Läufer waren begeistert und ihr habt dem ein oder anderen den Sonntag Morgen deutlich angenehmer gestaltet!

Bis zur ersten Verpflegung bei Kilometer 6.5 blieb das Feld ganz gut zusammen. Danach übernahmen wir Guides  (Marco, Hubsi, Stefan und ich) jeweils eine entsprechende Gruppe und stimmten uns von Zeit zu Zeit ab, sodass keiner der ortsunkundigen verloren gehen sollte. Das klappte letztendlich prima auch wenn es für mich eine ganz neue Erfahrung sein sollte. Viele Standzeiten – viele Zwischensprints und auch mal ein paar Meter zurück laufen um zu sehen ob der folgende Guide mit seiner Truppe sichtbar wird.
An der Frühstückseiche dann Verpflegung zwei bei Kilometer 13.5. Mit meiner Truppe hatte ich da den Kontakt ganz nach vorne verloren und war irgendwo zwischen der Führungstruppe mit Marco und Hubsi sowie Stefan hinter uns. Aber das war kein Problem – ein kurzer Stop und weiter ging es mit unserer ca. 10 köpfigen Truppe Richtung Stengerts. Am ehemaligen Truppenübungsplatz konnten wir von oben dann den “Gaudiwurm” bestaunen und machten uns auf die letzten Kilometer.
In meiner Truppe war dann noch ein netter Trailrunner aus dem Raum Wetzlar (sorry dass ich deinen Namen vergessen habe) der sich Tage zuvor schon eine Zerrung zugezogen hatte die ihm jetzt richtig zu schaffen machte. Natürlich bin ich mit ihm gemeinsam bis zur Erbighalle gelaufen – denn oberstes Gebot für heute “keiner geht verloren”!
Hinter uns kam dann noch Stefan mit seiner Truppe an und so konnte es auf dem Parkplatz der Erbighalle zum Finale kommen. Bei ausreichender Zielverpflegung klang der Revierguide Spessart langsam aus.

Zusammenfassend: es waren zwei tolle Tage. Es war ganz klasse dass wir Denis und Stephan mal unser Revier hier im Spessart vorstellen durften und wir sind alle auf den Bericht in einer der nächsten TRAIL Magazin Ausgaben gespannt. Marco und Oliver haben das Event toll organisiert – ASICS stand wieder mit Testmaterial parat – uns Guides hat es großen Spaß gemacht und ich denke alle Teilnehmer waren am Sonntag Mittag happy und zufrieden. Überrascht war ich wirklich wie viele Läufer mittlerweile auf Trails unterwegs sind.

In diesem Sinne “Keep On Running” – sehen uns in Alzenau ;-)

Von zwillingsbike Veröffentlicht in Trailrun

KEEP ON RUNNING – ST. WENDEL

KOR St Wendel 2012

Nach dem Churfranken Trailrun vor 2 Wochen hatte ich richtig Lust auf ein weiteres schönes Trail-Event in diesem Jahr. Meine spontanen Recherchen führten mich auf die Seite vom Keep on Running in St. Wendel. Die auf der Hommage zu findenden Filme von “Stephan R. Gripmaster” taten dann ihr übriges um mich für das KOR vollends zu begeistern. Eigentlich handelt es sich beim Keep on Running um ein dreitägiges Event, mein Zeitplan lies aber nur den Samstag und somit die Teilnahme am Spiemont Trail zu. Ein paar kurze Mails mit ganz netten Urlaubsbekannten aus St. Wendel später – und der Familienausflug war in trockenen Tüchern.

So brachen wir heute früh um 7:30 auf nach St. Wendel – Familie, Hunde… alles an Bord – das Auto voll bis oben hin. Die letzten Regentage versprachen tiefe Trails und für heute war sogar Regen ab ca. 13-14 Uhr gemeldet. Moralisch stellte ich mich also schon mal auf viel Nässe ein. In St. Wendel angekommen ging eigentlich alles ganz schnell und unspektakulär. Die Stadt war ziemlich leer und relaxt, am Schlossplatz stand schon der komplette Start/Zielbereich vom Freitag Abend (Citynight-Sprint) und die Anmeldung am Plan-B Zelt war in 3 Minuten erledigt. 55EUR leichter aber dafür eine prall voll gepacktes Startpackage über der Schulter hängend gingen wir eine kleine Runde durch die St. Wendeler Innenstadt. Schließlich waren noch 1,5h Zeit bis zum Start. Dabei konnte ich auch endlich mal den Streckenplan studieren. Der Streckenverlauf sagte mir natürlich nicht viel, aber das Höhenprofil. Das sah schon mal ziemlich “spannend” aus. Aber das allerschönste an diesem Vormittag – es kam immer mal wieder die Sonne durch. Von Regen weit und breit nichts zu sehen. Das sollte auch so bleiben, genau bis zu dem Zeitpunkt als wir nach dem Zieleinlauf das Auto erreichten – dann fing es an! Das nenne ich mal Timing ;-)

Vor dem Start trafen dann auch noch Britta, Markus und Bax ein und somit war alles perfekt. Die Mädels waren untergebracht, ich war zwar etwas müde von der Anfahrt, aber ansonsten bereit für die Schlacht. 11:30 Uhr Startaufstellung, 12 Uhr dann pünktlich der Startschuss für die ca. 160 Teilnehmer des Spiemont Trails.

Direkt vom Start weg ging es leicht bergan durch die Innenstadt um auf möglichst kurzem Weg den Asphalt zu verlassen und auf Waldwegen und Trails gleich mal die ersten Höhenmeter zu vernichten. Um es hier mal etwas kürzer zu fassen. Die gesamten 31km hatten einen hohen Anteil an Trails, Wanderwegen und teils Querfeldein-Passagen. Die einzelnen Trailabschnitte waren meistens über so kurz wie möglich gehaltenen Forststraßen verbunden. Also so wenig Asphalt und Forststraßen wie irgendwie möglich. Vom Höhenprofil ein stetiges auf und ab. Ganz selten mal mehr wie 100hm am Stück, die dann in einem entsprechend folgenden Downhill auch mal Zeit zum Verschnaufen gegeben hätten. Also lief ich permanent am Anschlag. Ziemlich schnell wurde mir dann klar, dass ich meinen Plan diese Strecke heute in sub 3h abzurocken komplett vergessen konnte. Also, Tempo etwas raus, Strecke genießen und möglichst viel Spaß haben.

Das gelang mir im weiteren Verlauf auch ganz gut… und als dann noch meine 4 Mädels mit Hunden am Streckenrand auftauchten wurde die Laune immer besser. Die Strecke zeigte sich sehr variantenreich – Bachüberquerungen, Naturstufen im Auf- und Abstieg, Rinnen mit Halteseilen abgesichert, Waldboden pur, Singletrails usw. Wirklich toll! Und auch die Jungs von Sportograf haben einen super Job gemacht. An einigen Passagen mitten im Wald haben sie Fotostrecken aufgebaut. Mit Lichtschranken, Blitzlichtern und mehreren Kameras wurden dort ganze Serien von Bildern aus unterschiedlichsten Blickwinkeln geschossen. Mit solch einem Aufwand betrieben habe ich das auch noch nicht auf einem Laufevent gesehen. Der Geist war also willig – aber die Strecke zehrte weiter an meinen Kräften. Trotz gut gefüllter Verpflegungsstände wurde der Akku immer leerer und so war ich doch froh nach 3:17h (31km, 800hm) endlich das Ziel am Schlossplatz erreicht zu haben.

Unterm Strich bleibt die Erinnerung an eine wirklich selektive Strecke, ein von Plan-B sehr gut organisiertes Event und an den anschließenden Kaffee-Klatsch bei Britta, Markus und dem Rest der Namborner. Wiederholung mit Angriff auf die sub 3h nicht ausgeschlossen – die sind zu knacken :-)

Von zwillingsbike Veröffentlicht in Wettkampf

Churfranken Trailrun 2012

Churfranken Trailrun 2012

Heute war es endlich soweit. Start zum Churfranken Trailrun. Nach dem Verletzungspech vom letzten Jahr ging es in diesem Jahr zusammen mit Zenon im 2-er Team an den Start.

Geplant hatten wir beide eigentlich die Teilnahme am Ultra (73km). Da wir beide aber unsere Vorbereitung nicht entsprechend unserer Planung durchziehen konnten, entschlossen wir uns kurzfristig im 2er-Team an den Start zu gehen. Ich den ersten Part, Zenon den zweiten.

So machten wir uns heute früh um 5:45 Uhr auf den Weg zum Start nach Miltenberg. Dort liefen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren und wir trafen viele bekannte Gesichter weshalb die verbleibende Zeit bis 7:15 Uhr wie im Flug verging. Zeitplan, Verpflegung, Fahrdienst – alles hatten wir im Vorfeld genau geplant und so ging es mit Minimalausrüstung “pünktlich” um 7:16 Uhr los.

Da ich die ersten beiden Etappen noch nicht kannte, schlug ich erst mal moderates Tempo ein. So ging es unter Polizeischutz im Feld bis nach Miltenberg wo wir nach gut 1km von der Polizei in die Altstatt “freigelassen” wurden. Noch ein paar Meter Kopfsteinpflaster und schon ging es los. Der erste Anstieg… Nach ein paar Metern Asphalt ging es hinter dem Friedhof in den ersten Trail. Gleich ordentlich bergan. Es dauerte nicht lange, da konnte man deutlich die gewonnen Höhenmeter beim Blick zurück nach Miltenberg sehen. Und es ging weiter bergan. Jetzt auf Forststraßen bis zur ersten Verpflegungsstelle. Optimal platziert am höchsten Punkt gab es nach 35min und 300hm bei Kilometer 5 einen Schluck Wasser und es ging zuerst über einen super Trail und später Forststraßen und Asphalt wieder hinunter nach Miltenberg auf den Radweg Richtung Kleinheubach. Kurz vor dem ersten Etappenziel verläuft die Strecke über die Bahngleise nach Miltenberg und prompt war bei Erreichen des Bahnübergangs die Schranke unten. Es tummelten sich schon einige Läufer und wir waren zum Warten verdammt. Aber ich schätze das hat nicht mehr wie 2-3 Minuten gekostet – war also nicht Rennentscheiden. ;-) Als die Schranken öffneten, ging es im Pulk Richtung Etappenziel Kleinheubach wo mich Zenon schon mit meiner Trinkflasche und Gels empfing. Er lief mit mir durch den Verpflegungsbereich und ich musste nicht mal stehen bleiben. Die Stimmung in Kleinheubach war gigantisch! Nahtlos ging es weiter in die zweite Etappe.

Da ich relativ verhalten angegangen bin, ging es mir jetzt nach gut einer Stunde noch super. Also, nichts wie rüber über den Main und nach ein paar Metern durch die Weinberge und einer weiteren Getränkestelle aufwärts Richtung Eselsweg. Im Briefing am Samstag Abend hatte Marco Schneider schon angekündigt dass die nun folgende Passage von “Extra-Klasse” sei. Und ja, er hatte recht. Schräg durch den Hang zog sich ein Trail – schmal, steil, sausteil – teilweise für mich nicht mehr zu rennen. Aber eine echte Herausforderung. Mit Puls am Anschlag erreichte ich nach knapp 300hm den Eselsweg und wusste – die großen Steigungen für heute sind geschafft. Die Passagen auf dem Eselsweg genoss ich dann einfach nur. Ich mag den Eselsweg – ob auf dem Bike oder Laufend. Schön trailig ging es im Auf und Ab bis zur Solhöhe. Dort wurden wir vom nächsten Verpflegungsstand in Empfang genommen und es ging direkt in den finalen Downhill Richtung Kirschfurt. Final war er aber nicht wirklich, denn als Schmankerl haben uns die Kurssetzer noch einen schönen heftigen 80m Anstieg eingebaut. Aber auch der war nach ein paar Minuten überwunden und es ging im freien Fall hinunter nach Kirschfurt. Dort ging es auf den Radweg nach Collenberg – und genau wie ich geplant hatte konnte ich die letzten Kilometer am Main entlang noch mal ordentlich Tempo machen. Teilweise mit 4er Tempo konnte ich noch einige Ultras und Staffelläufer überholen und nach 2:36h übergab ich unseren “Staffelstab” an Zenon.

Nach kurzer Versorgungs- und Umzugspause fuhr ich mit dem Trailmobil Richtung Klingenberg um Zenon oben auf der Burg mit seiner eigenen Verpflegung zu versorgen. Dort oben herrschte ein reges Treiben, denn das Feld an Ultras, 2er und 5er Teams war mittlerweile bunt durcheinander gemischt. Aber nach ein paar Minuten erschien Zenon schon. Er sah top aus und dank der Versorgung meinerseits musste auch er nicht stehen bleiben und hat sich nahtlos in die 4. Etappe gestürzt.

Für mich hiess es wieder rein ins Trailmobil und rüber nach Elsenfeld. Mit ca. 11km kam jetzt eine relativ kurze Etappe. Da ich die Etappen 4+5 schon in der Vorbereitung gelaufen bin, wusste ich ungefähr was auf Zenon zukommt. Und wie schon auf der Klingenburg kam Zenon im grob berechneten Zeitfenster in Elsenfeld an. Same procedure – Getränke, Gels überreichen, ein paar Meter mitlaufen und für die letzten ca. 16km aufmuntern.

Nach einem kurzen Plausch mit Thomas und Jens ging es rüber zum Zielort in Sulzbach. Dort herrschte schon Hochstimmung, denn die ersten 5er Staffeln und die ersten Ultras kamen ins Ziel. Ich lief Zenon einige Meter entgegen und nahm ihn am letzten Bergabstück vor dem Ziel in Empfang. Aber schon von weitem konnte ich sehen dass er nicht mehr rund lief. Aber egal… wir lagen super in der Zeit. Zenon biss sich durch und so liefen wir gemeinsam nach 7:08:20h ins Ziel.

In der Endabrechnung bedeutet dies Platz 7 (5 Männer) bei den 2er Teams. Wir waren beide sehr zufrieden!

Zusammenfassend darf ich sagen – ein Top Event mit super Organisation und einer tollen Strecke. Danke an Marco und Paul mit ihrem gesamten Helferteam! Ihr habt einen super Job gemacht! Und danke an Christoph Herwig für den tollen Fotoservice.

Es schreit nach Wiederhooooolung in 2013 :)

Von zwillingsbike Veröffentlicht in Wettkampf

Laufbacher Eckweg – Oberstdorf

Speedhiking, Trailrunning – wo zieht man die Grenze?

Heute war für mich keine klare Trennung möglich. Ich mache es mir einfach und nenne die Tour einfach “einen meiner bisher schönsten Trailruns” obwohl die rennenden Anteile bei nur 40-50% lagen.

Im Vorfeld hatte ich schon einiges über den Laufbacher Eckweg gelesen und natürlich auch schon einige sagenhaft schöne Bilder gesehen. Das Wetter war heute mit ca. 25 Grad Celsius (im Tal) und keiner einzigen Wolke am Himmel optimal… besser konnte es nicht sein.

Natürlich stellte ich mir bei der Tourenplanung die Frage ob ich den Aufstieg zum Edmund Probst Hs. mit der Nebelhorn Bahn oder zu Fuß bewältigen sollte. Letztendlich entschied ich mich für die Nebelhorn Bahn, da ich die Strecke nicht klassisch übers Oytal mit Ziel Nebelhorn Bahn (Talstation) enden lassen wollte, sondern über die Dietersbachalpe direkt weiter bis zu unserem Hotel Schwand lief.

Also ging es um kurz nach halb neun mit einer der ersten Gondeln hoch zum Edmund Probst Haus. Da vor mir schon 1-2 Gondeln unterwegs waren, befanden sich auch schon einige Wanderer auf dem Weg. Das war aber überhaupt kein Problem – ich lies es mit der notwendigen Gelassenheit angehen und alle die ich überholen wollte machten artig an geeigneter Stelle Platz. Absolut kein Streß, freundliches Grüßen und manchmal auch leicht verwunderte Blicke “was dieser Typ hier treibt!?”.
Man muss dazu sagen, dass der Laufbacher Eckweg bis zum Laufbacher Eck primär aus sehr schmalen, ausgetretenen Pfaden besteht welche an vielen Stellen ausgesetzt am Hang entlang führen. Wenn ich recht gezählt habe gibt es auch 2 oder 3 mit Stahlseilen gesicherte Stellen. Aber aus meiner Sicht keine wirklichen Problemstellen wenn man den Bergen und dem Weg den nötigen Respekt entgegenbringt.

So bahnte ich mir weiter den Weg und nach gut 1h war ich an allen Wanderern vorbei und hatte vor mir niemanden mehr. Das hatte etwas besonderes… du schaust nach vorne – keine Menschenseele. Du schaust nach rechts oder links und hast ein Panaroma was dich permanent zum anhalten verleitet. Die Bilder unten geben einen kleinen Eindruck wieder – aber wer die Berge kennt und liebt weis, dass die Realität viel mehr bietet. Diese Ruhe, diese Naturgewalten… ach, ich fange schon wieder an zu schwärmen. Aber ich übertreibe nicht wenn ich sage dass dieser Weg entlang an den Abhängen von Großer Seekopf, Schochen, Lachenkopf, Rotkopf, Schneck und Himmelhorn zu den ganz großen Panoramawegen in den Allgäuer Alpen zählt. Und nicht zu vergessen die Blicke von allen Seiten auf diesen ganz besonderen Berg – den Höfats.

So stand ich nach ca. 1:20h auf dem Sattel am Laufbacher Eck und freute mich jetzt auf den ersten Downhill Richtung Schönberg H. Hier wird das Gelände jetzt etwas unübersichtlich – zumindest bei schlechtem und nebligem Wetter. Heute war die Orientierung aber überhaupt kein Problem. Und natürlich hatte ich ja auch mein Dakota mit entsprechendem Track in Griffweite. So ging es nach ein paar schönen Serpentinen und Geröllfeldern wieder aufwärts zum Himmeleck und auf neuem Weg hinunter zur Käseralpe. Auf den letzten Metern zur Käseralpe kann man es auf fein geschottertem Weg noch mal so richtig krachen lassen. Aber Vorsicht – die Oberschenkel danken eine etwas bedachtere Gangart. Denn nach der Käseralpe sollte der nächste Anstieg auf dem Weg zur Dietersbachalpe folgen.

Trotzdem genoss ich auf der Käseralpe, welche ich nach genau 3h erreichte, erst mal eine 10 minütige Trinkpause. Übrigens ist die Käseralpe die erste Verpflegungsstelle auf dem Laufbacher Eckweg die man nach dem Edmund Probst Hs. passiert. Zwischendurch findet man aber einige Bachläufe die als Wasserquelle für kurzes Nachtanken dienen können.

Für die meisten Laufbacher Eckweg Begeher geht es jetzt hinab durch das Oytal zum Oytalhaus und weiter nach Oberstdorf. Ich schlug aber den Weg hinüber zur Dietersbachalpe ein, der sofort mit einem ordentlichen und teilweise abenteuerlichen Trail hinauf zum Alpelesattel startet. Von der Käseralpe sah man den Weg nur auf den ersten Metern, danach verschwand er im Nichts und ich war echt gespannt – aber nach einer halben Stunde wusste ich mehr. Der Anstieg liegt im mittleren Drittel nahezu komplett in einem mit Sträuchern und mannshohen Büschen bewachsenen Hang den man von unten nicht einsehen kann. Dieser Abschnitt hatte schon fast etwas mediterranes! Oben am Alpelesattel aber dann wieder einer dieser gewaltigen Ausblicke für welche ich diesen Weg absolut empfehlen kann.

Absolut empfehlenswert auch der Abstieg vom Alpelesattel hinab zur Dietersbachalpe. Schon auf der ganzen Strecke war ich eigentlich froh meine BD Z-Poles dabei zu haben, aber hier im Abstieg waren sie wirklich extrem hilfreich. Stellenweise sehr steil, sehr enge Serpentinen und Absätze von 50cm oder mehr galt es zu überwinden. Aber auch hier war alles ohne Probleme zu meistern. So erreichte ich nach 4:20h die Dietersbachalpe und machte die zweite kurze Trinkpause.

Von der Dietersbachalpe ging es dann entlang des Dietersbach talauswärts über Gerstruben hinunter zum Golfplatz Oberstdorf und über einen kurzen aber heftigen Anstieg hinauf zum Freibergsee. Von dort waren es dann nur noch 2km bis nach Schwand und so lief ich nach ziemlich genau 6h (25km, 1100hm im Anstieg, 2100hm im Abstieg, 5:45h reine Laufzeit) “zu Hause” ein.

POI1 Edmund Probst Haus POI2 Richtung Laufbacher Eck POI3 Blick auf Höfats POI4 Käseralpe mit Übergang Dietersbachalpe POI5 Käseralpe POI6 Käseralpe mit Blick zum Himmeleck POI7 Blick zurück Richtg Dietersbachalpe Strecke Laufbacher Eckweg

Von zwillingsbike Veröffentlicht in Trailrun